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Wie man den Darm heilt, um die Haut zu heilen — Die Haut–Darm Achse verstehen

  • Autorenbild: Marcelline Goyen
    Marcelline Goyen
  • 4. Dez. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Inhaltsverzeichnis

Einführung: die Haut-Darm Achse verstehen

Haben Sie als Hautexpertin Klientinnen, deren Hautprobleme sich einfach nicht verbessern — trotz professioneller Behandlungen und fundierter Hautpflegeberatung? Dann könnte es an der Zeit sein zu prüfen, ob die Ursache ihrer Hautbeschwerden möglicherweise nicht von außen, sondern von innen kommt.


Das Konzept der Skin–Gut Axis zeigt, wie der Darm die Haut direkt und indirekt beeinflussen kann. Ein Ungleichgewicht im Darm kann die Hautbarriere schwächen und chronische Hautprobleme auslösen oder verstärken. Das Darmmikrobiom — die Gemeinschaft von Mikroorganismen im Darm, inklusive ihrer Stoffwechselprodukte und mikrobiellen Rückstände — spielt dabei eine zentrale Rolle.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die Darmgesundheit die Haut beeinflusst, wie Sie Anzeichen einer Darmbeteiligung erkennen und wie Sie den Darm gezielt unterstützen können, um eine gesunde, widerstandsfähige Haut von innen heraus zu fördern.


Figure 'Potential Pathways of the Gut-Brain-Skin axis in Acne vulgaris' by Marcia Hartsock e.a. (2011)
Figure 1 Potential Pathways of the Gut-Brain-Skin Axis in Acne Vulgaris - by Marcia Hartsock et al 2011.

Was ist die Haut-Darm Achse (Skin-Gut Axis)?

Die Skin–Gut Axis beschreibt die komplexe, bidirektionale Kommunikation zwischen Darm und Haut, vermittelt durch das Mikrobiom, das Immunsystem, Stoffwechselprozesse und Barrieregewebe.


Obwohl Darm und Haut zwei getrennte Organe sind, weisen sie bemerkenswerte funktionelle Gemeinsamkeiten auf:

  • Beide bilden eine wichtige Schutzbarriere zwischen Körperinnerem und Umwelt. MDPI+1

  • Beide beherbergen ein vielfältiges Mikrobiom — Bakterien, Pilze und andere Mikroben — entscheidend für Immunregulation und Barrierefunktion. Frontiers+1

  • Beide reagieren empfindlich auf Störungen der Barriereintegrität, mikrobiellen Balance oder immunologischer Signale — was zu Entzündungen oder Erkrankungen führen kann. ScienceDirect+1


Immer mehr wissenschaftliche Studien zeigen, dass Veränderungen im Darmmikrobiom (Dysbiose) Hauterkrankungen wie Akne, Ekzeme, Rosazea oder Psoriasis über systemische Immun- und Stoffwechselwege beeinflussen können. PubMed+2PubMed+2



Wie die Darmgesundheit Ihre Haut beeinflusst


Integrität der Darm- und Hautbarriere

Wenn die Darmbarriere geschädigt ist — ein Zustand, der häufig als Leaky Gut bezeichnet wird — nimmt die Durchlässigkeit der Darmwand zu. Dadurch können mikrobielle Bestandteile, Toxine oder entzündungsfördernde Substanzen in den Blutkreislauf gelangen und systemische Immunreaktionen auslösen. PubMed+1 Diese Reaktionen können sich auch auf die Haut auswirken.


Da Darm- und Hautepithel ähnliche Barrierefunktionen erfüllen, kann eine gestörte Darmbarriere zu einer geschwächten Hautbarriere führen — mit erhöhter Empfindlichkeit, Entzündung, eingeschränkter Regeneration oder chronischen Hautbeschwerden. MDPI+1


Mikrobiom, Immunsystem & Entzündung

Das Darmmikrobiom spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Immunsystems und der Gewebehomöostase. Ein ausgewogenes Mikrobiom unterstützt die Produktion nützlicher Metaboliten (wie kurzkettiger Fettsäuren, SCFAs), die Entzündungen modulieren und die Barrierefunktionen stärken. MDPI+1


Das Darmmikrobiom spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Immunsystems und der Gewebehomöostase. Ein ausgewogenes Mikrobiom unterstützt die Produktion nützlicher Metaboliten (wie kurzkettiger Fettsäuren, SCFAs), die Entzündungen modulieren und die Barrierefunktionen stärken. Frontiers+1


Außerdem zeigen neuere Studien, dass Umweltstressoren (z. B. Verschmutzung, Ernährung, Stress, Lebensstil) sowohl das Darm- als auch das Hautmikrobiom gleichzeitig beeinträchtigen und dadurch Hauterkrankungen über oxidativen Stress und Entzündungsmechanismen verstärken. ScienceDirect+1


Leaky Gut, Ernährungsstrigger & Lebensstil

Verschiedene Faktoren können Dysbiose und erhöhte Darmpermeabilität verursachen:


  • Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien (z. B. Gluten, Laktose, Casein, Nachtschattengewächse, Nüsse)

  • Ballaststoffarme Ernährung, reich an stark verarbeiteten Lebensmitteln und Zucker

  • Nährstoffmängel

  • Chronischer Stress, schlechter Schlaf, Belastung

  • Häufige Antibiotika-Einnahme oder darmbelastende Medikamente

  • Umweltfaktoren wie Schadstoffe und Toxine


Diese Faktoren können die Darmbarriere schwächen, das Mikrobiom stören und die Immunregulation beeinträchtigen. Mit der Zeit kann dies zu anhaltenden Hautproblemen führen — selbst wenn die äußere Hautpflege optimal ist.



Wann Sie bei Ihren Klienten eine Darm-Haut-Verbindung vermuten sollten


Fragen Sie nach:

  • Verdauungssymptomen: Blähungen, unregelmäßiger Stuhlgang, Verstopfung, Durchfall

  • Allgemeinen Beschwerden: Müdigkeit, Brain-Fog, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme

  • Anamnese: Lebensmittelunverträglichkeiten, Ernährungsweise, Stresslevel, Antibiotikahistorie, chronische Erkrankungen

  • Hautgeschichte: chronische, wiederkehrende oder therapieresistente Hautprobleme


Treten hartnäckige Hautbeschwerden zusammen mit darmbezogenen oder systemischen Symptomen auf, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Skin–Gut Axis eine Rolle spielt.

Die Kombination aus Hautbehandlungen und darmunterstützenden Maßnahmen kann dann oft tiefere und nachhaltigere Ergebnisse ermöglichen.


Haut-Darm-Ache Buch von Marcelline Goyen BSc Hauttherapiexis, including the role of the microbiome' by Marcelline Goyen BSc skin therapy (2023)

Wie Sie die Darmgesundheit wiederherstellen, um die Haut zu unterstützen


Hier sind praktische Schritte (für die Zwecke Ihrer Kunden) erforderlich, um die Bedingungen der Unterkunft zu verbessern, die Sie erhalten möchten.


Ernährung & Lebensmittelwahl

  • Fokus auf unverarbeitete, vollwertige Lebensmittel — reich an Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten.

  • Ausreichende Ballaststoffzufuhr — essentiell für das Mikrobiom und die Darmbewegung.

  • Gute Hydratation — Wasser ist entscheidend für Verdauung, Detox und innere Balance.

  • Reduzieren oder meiden Sie häufige Trigger bei sensiblen Personen: Gluten, Laktose, Casein, stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker, Zusatzstoffe.

  • Eliminations- oder Rotationsdiäten bei Verdacht auf Unverträglichkeiten erwägen.


Stressmanagement & Lebensstil

Lebensstilfaktoren — Stress, Schlaf, Bewegung, Umweltbelastung — beeinflussen die Skin–Gut Axis erheblich. Chronischer Stress kann Darmmotilität, Mikrobiom, Permeabilität und Immunantwort negativ beeinflussen. PubMed+1


Empfehlen Sie:

  • regelmäßigen, erholsamen Schlaf

  • stressreduzierende Praktiken wie Achtsamkeit, Atemübungen, Yoga, sanfte Bewegung

  • strukturierte Tagesrhythmen mit regelmäßigen Mahlzeiten und Erholung


Unterstützung des Darmmikrobioms

Ein ausgeglichenes Darmmikrobiom ist zentral für eine gesunde Haut.


Empfehlenswert sind:

  • Präbiotische Ballaststoffe (Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte)

  • Probiotika — evidenzbasiert angewendet; einige Studien zeigen Vorteile bei Akne und Ekzem PubMed+1

  • Ungesüßte fermentierte Lebensmittel

  • Minimierung unnötiger Antibiotika


Ganzheitliche Kundenanalyse in Ihrer Praxis

Erweitern Sie Ihre Hautanalyse um interne Faktoren:

  • Fragen Sie gezielt nach Verdauung, Stuhlgang, Ernährung, Lebensstil, Stress und allgemeiner Gesundheit.

  • Empfehlen Sie darmunterstützende Ernährungs- und Lebensstiländerungen zusätzlich zu Ihren Hautbehandlungen.

  • Denken Sie ganzheitlich: Hautgesundheit beginnt im Inneren.




Faxit & Handlungsaufruf

Die Haut-Darm Achse gehört zu den vielversprechendsten und zugleich am wenigsten genutzten Ansätzen der modernen Hautgesundheit. Durch die Unterstützung des Darms schaffen wir oft die Voraussetzung für echte, nachhaltige Hautverbesserung — nicht nur oberflächliche Resultate.


Gesunde Haut beginnt im Darm.

Als Hautprofessional — oder als jemand, der sich für Haut & Gesundheit interessiert — lade ich Sie ein, über äußere Behandlungen hinauszuschauen. Ernährung, Darmfunktion, Mikrobiom und Lebensstil sind essenzielle Bestandteile einer umfassenden Hautpflege.


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Entdecken Sie mein Buch über die Skin–Gut Axis und bringen Sie ganzheitliche Hautgesundheit in die Praxis — für sich selbst und Ihre Klient*innen.



Marcelline Goyen BSc Hauttherapie & Autorin


Marcelline Goyen BSc Hauttherapie & Autorin



FAQ — Haut-Darm Achse & Darmgesundheit für die Haut

F: Was ist die Skin–Gut Axis?

A: Die Skin–Gut Axis ist das biologische Kommunikationsnetzwerk zwischen Verdauungstrakt und Haut, gesteuert durch das Mikrobiom, das Immunsystem, Stoffwechselprodukte und Barrieregewebe — also wie die Darmgesundheit die Haut direkt beeinflussen kann.


F: Können Verdauungsprobleme Hauterkrankungen wie Akne oder Ekzeme verursachen?

A: Ja. Wissenschaftliche Untersuchungen verbinden Darmdysbiose, erhöhte Darmpermeabilität und systemische Entzündung mit Hauterkrankungen wie Akne, Ekzemen, Psoriasis, Rosazea und anderen entzündlichen Hautkrankheiten. MDPI+2Frontiers+2


F: Woran erkenne ich, ob die Hautprobleme eines/einer Klient*in mit dem Darm zusammenhängen?

A: Achten Sie auf eine Kombination aus anhaltenden Hautproblemen und Verdauungsbeschwerden (z. B. unregelmäßiger Stuhlgang, Blähungen), allgemeinen Symptomen (Müdigkeit, Brain-Fog, Gelenkschmerzen), Lebensmittelunverträglichkeiten oder darmbezogenen Vorerkrankungen.


F: Welche Maßnahmen helfen, den Darm zu heilen und damit die Haut zu unterstützen?

A: Vollwertige, ballaststoffreiche Ernährung, gute Hydratation, darmfreundliche Lebensmittel, prä- und probiotische Unterstützung (wo sinnvoll), Stressmanagement und ein ausgeglichener Lebensstil — kombiniert mit einer ganzheitlichen Hautpflege.


F: Reicht der Skin–Gut-Ansatz aus, um alle Hautprobleme zu lösen?

A: Nicht immer. Hautprobleme sind multifaktoriell. Die Skin–Gut Axis ist besonders relevant, wenn interne Dysbalancen (Darm, Immunsystem, Mikrobiom) chronische, wiederkehrende oder schwer behandelbare Hautbeschwerden beeinflussen.




 
 
 

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